Digitalisierung und Nachhaltigkeit stärker zusammenzudenken ist die Mission von Bits & Bäume. Beim diesjährigen Bits & Bäume Summit 2026 am 6. Juni 2026 traf sich das Trägernetzwerk mit seiner Community, um sich über Entwicklungen der letzten Jahre und kommende Herausforderungen auszutauschen. Ich habe als Vertreterin von OSEG teilgenommen und war beeindruckt von einem breiten Angebot an Vorträgen, Workshops und Diskussionen und vor allem von vielen Gesprächen.
Hier ein paar Eindrücke:
Einen Überblick über das, was seit der ersten Bits & Bäume 2018 passiert ist, gab Friederike Rohde vom Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie an der BTU Cottbuss-Senftenberg in ihrer Keynote. Sie stellte auch zentrale derzeitige Diskurse vor: Der Umfang der geplanten Infrastruktur braucht enorme Ressourcen, womit Digitalisierung zu einer globalen Gerechtigkeitsfrage wird: Wer profitiert und wer zahlt den Preis? Hier sollte lokaler gedacht werden, einschließlich der Finanzierung alternativer digitaler Infrastruktur.
Bei den anschließenden Vorträgen, Workshops und Diskussionen wurde einiges davon detaillierter aufgegriffen. Die Spanne reichte von der Geopolitik, z.B. wie KI und Militärsysteme mit der nuklearen Infrastruktur zur Deckung des Energiebedarfs von Datenzentren zusammenhängen, bis zu konkreten Projekten und Themen aus den Bits & Bäume Regionalgruppen.
Ein ganz großes Thema waren Rechenzentren mit ihrem hohen Wasser- und Energiebedarf sowie die Schwierigkeit, genügend Informationen darüber zu bekommen. Nur wenn die Standorte bekannt und die Daten dazu öffentlich zugänglich sind, kann die Zivilgesellschaft sich in die Planungen einbringen. Denn auf die lokale Bevölkerung könnten Engpässe bei der Wasserversorgung und höhere Energiepreise zukommen.
Diese Beteiligung der Zivilgesellschaft hat sich als schwierig herausgestellt. Teilweise scheinen die Vorschläge und Forderungen bei den Adressaten in Politik und Verwaltung überhaupt nicht anzukommen, teilweise gibt es Reaktionen, in denen erklärt wird, dafür seien andere Stellen zuständig. Das führt zu großer Frustration innerhalb der Initiativen und Netzwerke und zur Suche nach anderen Wegen, diesen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.
Für mich, die ich sehr an Open Source Hardware interessiert bin, war eines der vorgestellten Konzepte, die Public Benefit Stewardship für digital commons ein Augenöffner. So wie die langfristige Wartung von Open Source Software, die Verifizierung von Daten und Inhalten, die Veröffentlichung von Algorithmen uvm. gewährleistet werden müssen, so muss das auch bei Open Source Hardware sein. Reparatur, Ersatzteile, Handbücher und Dokumentationen, Materiallisten und Bezugsquellen sind ein paar Beispiele dafür, was langfristig zugänglich gemacht werden muss. Müssen wir auch für OSH Stewards einführen?
Mein allgemeiner Eindruck: Es wird seit langem viel gemacht, aber da immer mehr digitalisiert wird, nimmt das, was zu tun ist, zu.
All das hat sich auch im Abschlusspanel gespiegelt, und es wurde wertgeschätzt, dass es immer mehr konkrete Projekte und strategische Allianzen gibt, z.B. mit Open Source Hardware zum Thema Energie.
Und: Commons seien schon immer eine gute Art, bedarfsgerecht und gemeinschaftlich zu arbeiten.
