OSE Germany – auf der MakerFaire 2017 in Hannover

Dieses Jahr waren wir nunmehr zum 5. mal auf der MakerFaire in Hannover. Dabei wurden als Neuheiten erstmals das LibreSolar Projekt, die neue CNC TorchTable Höhensteuerung, der OSE 3D-Drucker D3D und die neue UniProKit V.2 Version vorgestellt.

 

OSE Logo und oben rechts die TempCTRL

OSE Logo und oben rechts die TempCTRL

Natürlich hatten wir auch einige der älteren Projekte mit dabei, wie etwa das DIY-Laptop, die Temperatursteuerung TempCTRL, eine frühe Solarbox Version und natürlich auch wieder den Kammwebstuhl OHLOOM – der sich stets einer besonders großen Beliebtheit beim Publikum erfreut. Achja, und meinen neuen Anet A8 hatte ich natürlich auch dabei, endlich ein 3D-Drucker, den ich gut transportieren kann.

Einmal hatte ich vier ca. 12- bis 14-jährige Jungs am Stand, die sich voll für den Webstuhl begeisterten und dafür sogar den Pi-Top Stand direkt neben uns ignorierten, an welchem man auf den ganzen Pi-Tops Computerspiele zocken konnte. Die Vier hatten unschwer erkennbar einen Migrations-Hintergrund und ich hatte so das Gefühl, dass ihnen zwischen all dem ganzen High-Tech Geraffel der Webstuhl als etwas Vertrautes vorkam, was sie wohl aus ihrer Heimat kannten. Tatsächlich erzählte der eine dann, auf so etwas hätte er sieben Jahre lang Teppiche gewebt.

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Auch diesmal wurde von den Besuchern eine komplette Bahn (ca. 1.20m) voll-gewebt. Rechts im Bild die Bahn, die auf der MakerFaire 2016 gewebt wurde.

Der Webstuhl ist eine Mitmach Attraktion zum selber-ausprobieren und bietet gleichzeitig einen guten Anknüpfungspunkt um über Upcyling und Plastikmüll zu sprechen.

Der Webstuhl ist eine Mitmach Attraktion zum selber-ausprobieren und bietet gleichzeitig einen guten Anknüpfungspunkt um über Upcyling und Plastikmüll zu sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

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Das LibreSolar BMS48V mit Switch-N-Sense.

Außer Dennis, Michel und mir (Oliver) waren auch noch Djahval und Toulasi von der cos(h)-Arbeitsgruppe der HAW/HOOU mit dabei und haben das LibreSolar-Projekt vorgestellt, namentlich das BMS48V und das neue BMS5s mit 12V von Martin sowie dessen MPPT20A PowerPointTracking-Laderegler mit 20 Ampere.

 

Toulasi, Djahval und Michel

Toulasi, Djahval und Michel. Rechts unten im Bild ist auch die neueste Version vom LibreSolar BMS5s (für 12V) zu sehen

 

BMS5s (12V) mit integriertem Switch-N-Sense. Die kleinen Lithium-Akkus dienen vor allem zu Demo-Zwecken, man kann hier aber auch noch wesentlich dickere mit bis zu 60AH dranhängen.

BMS5s (12V) mit integriertem Switch-N-Sense. Die kleinen Lithium-Akkus dienen vor allem zu Demo-Zwecken, man kann hier aber auch noch wesentlich dickere mit bis zu 60AH dranhängen.

Hier nochmal ein closeup vom LibreSolar BMS5s (12V) und vom MPPT20A. Mit beiden zusammen kann man eine komplette Solaranlage bis 400 Wp mit PowerPoint-Tracking betreiben. Mit einem etwas anderen Laderegler mit mehr als 20A auch eine bis über 1KWp. Damit ist die Anwendung geeignet als Solarspeicher für eine Haus-Photovoltaik-Anlage auf Basis von LiFePO4-Akkus und mit integriertem Energie-Management-System und Balancing (BMS) (!!!).

MPPT20A - ein Solar-Laderegler mit Maximum-Powerpoint-Tracking (bringt bis zu 30% mehr Ertrag !) für SOlarpanels bis 20 A

MPPT20A: ein SolarLaderegler mit Maximum-Powerpoint-Tracking (bringt bis zu 30% mehr Ertrag!) für Solarpanels bis 20 A

Eigentlich wollte ich auch den neuen OSE 3D-Drucker D3D vorstellen, aber da mir im Vorfeld die Zeit fehlte, um diesen komplett fertig zu machen, habe ich einen Tag vor der Messe noch das TorchHeightCTRL-V.02 in den D3D-Rahmen als neues Test-Rig integriert. Ich musste das ganze Teil etwas schmaler machen um es überhaupt ins Auto zu bekommen, aber dank dem Umstand, dass es komplett aus Teilen des UniProKit Baukastenssystems besteht kein Problem, ich hab einfach die Querstreben gegen Kürzere ausgetauscht. Wenn das TorchHeightCTRL fertig ist, werde ich wieder die Langen einsetzen und daraus einen D3D bauen, mit einem Druckvolumen von jeweils 30cm Kantenlänge. Dazu muss ich im Grunde nur noch das Interieur wie Steppermotoren, Extruder und Heatbed einbauen. Als Test-Rig für das TorchCTRL war es aber auch so ok und man konnte daran zumindest auch schon mal erkennen, wie der D3D gestaltet ist: nämlich vollständig auf Basis vom UniProKit (wodurch er sich im Rahmen etwas vom US-Original unterscheidet, aber das ist sozusagen die metrische Version von OSEG).

Gar manche Tech-Freaks unter den Besuchern fragten berechtigterweise, was es mit diesem seltsamen 3D-Drucker denn wohl auf sich habe, worauf wir von unserer Zusammenarbeit mit OSE-US berichteten.

D3D/TorchHeightCTRL_V.02-Hybrid ;)

CNC TorchTable Höhensteuerung im D3D-Rahmen

CNC TorchTable Höhensteuerung im D3D-Rahmen

Die Universal-Achsen sind mittlerweile regulärer Bestandteil vom UniProKit Lineartrieb Set und lassen schon den künftigen 3D-Drucker gut erkennen.

Auch wenns vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz so deutlich erkennbar ist, hat sich am UniProKit seit dem letzten mal sehr viel getan, es gibt davon inzwischen offiziell die neue Version V2, deren wichtigstes Feature eine neue einheitliche Lochgröße von M6 ist. Durch diese Maßnahme wurde das ganze System weeesentlich “stromlinienförmiger”, z.B. kann man jetzt im wesentlichen mit 4 verschiedenen M6er Schraubenlängen alle wichtigen Verbindungsarten durchführen, sowohl der T-Slot Teile untereinander, als auch in Kombination mit den L- und den Flach-Profilen. Auch alle Plastik-Teile wie etwa vom Frame-Set sind darauf optimiert und lassen sich damit befestigen oder z.B. auch sämtliche Lineartriebe damit zusammensetzen.Als Folge kann man so was wie den D3D-Rahmen bzw. das gezeigte TorchCTRL Test-Rig mit nur einem einzigen Werkzeug, nämlich einem Inbus-Schlüssel komplett zusammensetzen oder zerlegen. Hinzu kommt noch der Vorteil des 20mm-Rasters, was dazu führt, dass sich beim Probieren und Konstruieren auf fast magische Weise alle Teile nahtlos aneinander fügen und sich die Konstruktion dadurch quasi wie von selbst ergibt. Ist etwas schwer zu erklären, das muss man einfach mal selbst ausprobiert haben. Aber genau dazu hatten die Besucher auf der Messe ja auch die Möglichkeit und waren herzlich dazu eingeladen, beliebige Stücke zusammen zu schrauben und Verbindungsarten auszuprobieren, was das Verständnis für die Vorzüge des UniProKits deutlich verschärfte, so dass wir wieder viele Anfragen bekamen, wo das Ganze denn nun zu kaufen wäre.

Das UniProKit läd ein zum ausprobieren und dranrumschrauben.

Das UniProKit läd ein zum ausprobieren und dranrumschrauben.

UniProKit V2.

UniProKit V2.

Tatsächlich haben Dennis und ich in letzter Zeit hart daran gearbeitet , die UniProKit-Teilen in größeren Stückzahlen anzufertigen, wir sind zwar noch nicht ganz durch damit, aber zumindest waren die Teile-Kisten diesmal so gut gefüllt wie noch nie, was sicherlich auch zu einem guten Eindruck beitrug.

Bei der Zink-Luft Zelle haben wir dieses Jahr erstmals nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch den Wiederaufladungsvorgang durch einen einfachen elektro-galvanischen Prozess demonstriert. Dies würde normalerweise mittels (zu speichernder) erneuerbarer Energien geschehen, wie etwa überschüssigem Photovoltaik-Strom im Sommer, aber jetzt für die Messe-Vorführung habe ich dazu mein neues Labor-Netzteil zum Einsatz gebracht.Für den Vorgang an sich ist es natürlich unerheblich, aus welcher Energiequelle der Strom letztlich stammt, aber in der ökonomischen Gesamtbetrachtung ergibt sich hier die Möglichkeit, (beliebig) große Mengen an Energie in einer harmlosen (= nicht brennbaren), lagerfähigen und platzsparenden Form saisonal (d.h. für beliebig lange Zeiträume) zu speichern und damit etwa vom Sommer mit in den Winter nehmen zu können, wo der Strom (bzw. das regenerierte Zink als Brennstoff) mangels ausreichender Sonneneinstrahlung dringend benötigt wird.

Dadurch, dass wir nunmehr sowohl die Hin- als auch die Rück-Reaktion experimentell zeigen, erreichen wir didaktisch ein deutlich besseres Verständnis dieses ökonomischen Aspektes beim Publikum.

Zink-Luft-Zelle: Zink wird "verbrannt", d.h., oxidiert. Dabei wird Strom erzeugt.

Zink-Luft-Zelle: Zink wird “verbrannt”, d.h., oxidiert. Dabei wird Strom erzeugt.

Dabei entsteht Zinkoxid, welches in wässriger Lösung (hier KOH-Elektrolyt) löslich ist und sobald diese gesättigt ist als weissliches Pulver ausgefällt wird.

Dabei entsteht Zinkoxid, welches in wässriger Lösung (hier KOH-Elektrolyt) löslich ist und sobald diese gesättigt ist als weissliches Pulver ausgefällt wird.

Mittels erneuerbarer Energien, hier simuliert durch ein Labor-Netzteil, wird durch hinzufügen von Strom und unter Abgabe von Sauerstoff das Zinkoxid wieder zu Zink regeneriert, was den Kreislauf schliesst und einem Wiederaufladungsvorgang entspricht.

Mittels erneuerbarer Energien, hier simuliert durch ein Labor-Netzteil, wird durch hinzufügen von Strom und unter Abgabe von Sauerstoff das Zinkoxid wieder zu Zink regeneriert, was den Kreislauf schließt und einem Wiederaufladungsvorgang entspricht.

Alles Zinkoxid wurde umgewandelt zu Zink, welches sich an der Kathode als dicker Zinkschwamm angelagert hat.

Alles Zinkoxid wurde umgewandelt zu Zink, welches sich an der Kathode als dicker Zinkschwamm angelagert hat. Dadurch wurde der Elektrolyt ebenfalls regeneriert und die Flüssigkeit ist nun wieder völlig klar.

Impressionen

Der Pi-Top ist auch so eine Art von DIY-Laptop.

Der Pi-Top ist auch so eine Art von DIY-Laptop.

Hier noch ein paar Impressionen, was es auf der MakerFaire sonst noch so gab: Nebenan wie gesagt der Pi-Top Stand, der von Kindern aller Altersgruppen besonders gut frequentiert wurde.

 

 

 

No.5 lebt ;)

No.5 lebt 😉

Natürlich gab es auch wieder jede Menge Roboter aller Art.

 

 

 

 

 

Musikalische Marble-Maschine

Musikalische Marble-Maschine

Diese Marble-Maschine erinnerte mich ein bisschen an das Projekt
Wintergatan, eines der coolsten Maker-Projekte schlechthin. Oder sagen wir mal, einen rudimentären Vorläufer davon. 😉

 

 

 

Diesen Gobelin würd ich mir ja auch noch an die Wand hängen.

Diesen Gobelin würd ich mir ja auch noch an die Wand hängen.

Ein anderes künstlerisches Projekt befasst sich mit dem sammeln und “tunen” von alten Gobelins.

 

 

 

 

 

Makeblock

Makeblock

Makeblock, ein kommerzielles Baukasten-System.

 

 

 

 

 

EggStruder

EggStruder

Ein Filament-Extruder, der mit Plastik-Granulat gefüttert wird. Also sowas Ähnliches wie der Lymann-Filament extruder, der gerade bei OSE-US gebaut wird.

 

 

 

Eine Gruppe war da, die sich ausschließlich mit dem Bau möglichst originalgetreuer R2D2s beschäftigt, sowie seinen näheren Verwandten.


 

Wer mich kennt, der weiß dass ich einen Faible für Dinge und speziell für Mechaniken aus Holz habe. Echte Männer machen so was aus Holz, 3D-drucken ist nur was für Weicheier 😉

Cool woodworking stuff: Holz-Gewinde und Holz-Zahnräder

Cool woodworking stuff: Holz-Gewinde und Holz-Zahnräder

Ein Bagger mit Mechaniken aus Holz

Ein Bagger mit Mechaniken aus Holz

 

 

 

 

 

 

 

Robot-Arm

Mantis Robot-Arm

Wobei, es gibt auch Ausnahmen. Wie zB. diese Roboter-Arme, von Andreas Hölldorfer von
chaozlabs.de, der ziemlich coole Projekte macht und mir ein paar gute Tipps zum drucken mit ABS gab. Wer solche Teile baut, der weiß wie man aus diesem Material auch noch das Letzte an Stabilität beim Drucken herausholt !

Gelenk vom Roboterarm

Gelenk vom Roboterarm

Roboter-Arm

Roboter-Arm

 

 

Manche Projekte sind ziemlich groß, so wie diese Tauchkugel, oder auch der Hexapode, der im Außenbereich rumstiefelte. Wer braucht schon Burning Man, wenn man auch MakerFaire haben kann 😉

Eine Tauchkugel

Eine Tauchkugel

Ein Hexapod namens "Mantis"

Ein Hexapod der zufällig auch “Mantis” heißt.

Dieses Jahr waren (zumindest gefühlt) mehr CosPlayer zu sehen als sonst. Ein CosPlayer der ersten Stunde aber ist Rudolf Arnold. Der war bislang auf jeder MakerFaire mit dabei, zumindest auf allen wo ich auch teilnahm.

Cosplayer Rudolf Arnold. Die Flügel des Kostüms können auch eingeklappt werden.

Cosplayer Rudolf Arnold. Die Flügel des Kostüms können auch eingeklappt werden.

Überhaupt trifft man mit den Jahren immer mehr Bekannte auf der MakerFaire, ist halt alles wie eine große Familie. Und so schließe ich nun diesen Bericht ab, mit dem Motto: “Make it hart, aber fair”.

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