Die Open-Source-Mentalität auf Produkte übertragen

Wie offene Hardware unser Leben verbessert und was progressive Ingenieure gerade dafür tun

Von Energieerzeugung über industrielle Landwirtschaft bis hin zur Produktion von Hochtechnologien sind wir auf Maschinen und technische Geräte angewiesen. Doch bei einem kritischen Blick hinter die schillernde Fassade unserer Industriegesellschaft des 21. Jahrhunderts fällt auf, dass die Entwicklungsprozesse von Technologie weitaus weniger modern sind, als es scheint. Durch Standardisierung werden nun Grundlagen für die zeitgemäße und nachhaltige Entwicklung und Verbreitung von Hardware – offener Hardware – geschaffen. Inspiriert von den kollaborativen Entwicklungsprozessen von Open-Source-Software steht der Maschinenbau nun vor einem Umbruch, der Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben wird.

English translation available on medium.com

Diagnose: Geschlossene Hardware

Wie sollen tausende Farmer ihre Traktoren reparieren? Wenn es nach dem US-amerikanischen Landmaschinen-Hersteller John Deere ginge, dann ausschließlich durch seine Vertragshändler. Allerdings sind Farmer gerade zu Stoßzeiten im Problemfall auf eine schnelle Reparatur angewiesen. Doch freie, möglicherweise schneller erreichbare Werkstätten werden systematisch ausgeschlossen, Ersatzteile anderer Hersteller mittels Software blockiert. Einige Farmer leben gar in der Sorge, ihre Traktoren könnten aus der Ferne stillgelegt werden. In völliger Abhängigkeit vom Hersteller zu leben – für viele Farmer ein untragbarer Zustand und gleichzeitig Risiko für unsere Lebensmittelversorgung.

6,1 Milliarden US-Dollar. Das ist der Schaden, der dem Flugzeugbauer Airbus SAS bei der Entwicklung des Modells A380 entstanden ist. Der Grund: ein Softwareupdate des Konstruktionsprogramms CATIA, eingespielt von nur einem Teil des internationalen Entwicklungsteams. Die neue Version wurde von Grund auf neu programmiert und war nicht kompatibel zur Vorgängerversion. Darauf konnte Airbus keinen Einfluss nehmen, denn der Programmcode war closed source – also nicht öffentlich einsehbar. Die an mehreren Standorten entwickelten Module ließen sich infolge dieser Inkompatibilität nicht zusammensetzen.

Gebrauchsgegenstände mit geringer Lebensdauer. Es gibt zahlreiche Beispiele geplanter Obsoleszenz – Hersteller greifen bewusst in die Konstruktion von Fernsehern, Smartphones, Druckern und Kopfhörern ein, um die Lebensdauer künstlich zu verkürzen. Das erhöht die Verkaufszahlen, bringt aber gleichzeitig tonnenweise Elektroschrott hervor – eine Verschwendung wertvoller Ressourcen. Konsumenten sind dagegen machtlos, denn wie ein Produkt entwickelt wird, entscheidet der Hersteller.

Diese Beispiele sind Symptome „geschlossener Technologieentwicklung“ – die Baupläne der Produkte bzw. des Programmcodes werden unter Verschluss gehalten, ebenso wie der Herstellungsprozess an sich. Zwar behelfen sich die Kunden und Lieferanten teilweise selbst, indem sie bspw. die Software ihrer Traktoren hacken. Grundlegend fördert geschlossene Hardware jedoch folgende Effekte:

  • Unreparierbarkeit – defekte Geräte kann ich nicht selbst reparieren. In vielen Privathaushalten landen Smartphones mit zersprungenem Display deswegen auf dem Müll. Das ist nicht nur teuer, sondern hat auch katastrophale ökologische Folgen und macht eine Kreislaufwirtschaft schwer möglich.
  • Inkompatibilität – sei es eine Software zur Konstruktion von Flugzeugen, Ersatzteile für PKW oder Notebook-Netzteile. Im Privaten ärgerlich, in der Industrie ein Milliardenverlust.
  • Konkurrierender Konstruktionen – technische Lösungen dürfen nicht sinnvoll miteinander zu besseren Lösungen kombiniert werden. Stattdessen wird versucht, andere Marktteilnehmer auszuschließen.
  • Abhängigkeit – betriebsinternes Know-How, Patente und Copyright erzeugen eine praktische und rechtliche Abhängigkeit vom Hersteller.
  • Lock-in-Effekt – Ich muss all meine Ersatzteile, Software, usw. beim Hersteller kaufen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter wird aufwändig.
  • Kaum Feedback möglich – ich habe kein Mitspracherecht an der Produktgestaltung und Fehler bleiben schlimmstenfalls jahrelang im Produkt enthalten

Die Liste der Nachteile auf Seite der Konsumenten ist lang. Auch für die Hersteller hat ein geschlossener Ansatz Nachteile. Etwa müssen sie einen hohen Aufwand betreiben, um Feedback für ihre Produkte einzuholen – das Produkt wird erst fertig entwickelt, produziert und danach am Markt getestet. Auch Konstruktionsaufwände sind höher, weil nicht problemlos auf bestehende Module anderer Hersteller zurückgegriffen werden kann. Man könnte sich fragen, warum wir im 21. Jahrhundert überhaupt noch auf so eine Art produzieren. Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht, aber drei mögliche Ursachen:

  • Kurzfristige Gewinnorientierung – leider ist es so, dass sich durch Lock-In-Effekte und geplante Obsoleszenz auch zukünftige Umsätze sichern lassen. Da in unserem Wirtschaftssystem finanzieller Gewinn höher als Gemeinwohl gewichtet wird, bieten diese Mechanismen einen kurzfristigen Wettbewerbsvorteil. Auf lange Sicht betrachtet ist dieses Modell nicht nachhaltig, da die erforderliche Ressourcenmenge für unendliches Wachstum nicht zur Verfügung steht und das Ökosystem nach jetzigem Wirtschaftskurs wegen CO2-Emissionen und Schadstoffen kollabieren wird.
  • Neue Idee – die Open-Source-Bewegung ist eine verhältnismäßig junge Bewegung, die Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts aufkam. Erst in den 90er-Jahren wurde das Open-Source-Betriebssystem Linux aus der Taufe gehoben. Mittlerweile ist es so verbreitet, dass es auf fast allen Supercomputern und dem überwiegenden Teil aller Web-Server eingesetzt wird. Die ähnlich junge Open-Source-Hardware Bewegung ist um die Jahrtausendwende entstanden.
  • Standardisierung – bislang gibt es keine etablierten Prozesse für Open-Source-Hardware. Was im Open-Source-Bereich hinsichtlich Lizenzen, Haftung und Tools schon geklärt ist, muss für den Hardware-Bereich noch entwickelt werden.

Welchen Mehrwert bietet offene Hardware?

Die Open Source Hardware Association gibt folgende Definition:

„Open-Source-Hardware ist Hardware, deren Baupläne öffentlich zugänglich gemacht wurden, so dass alle sie studieren, verändern, weiterverbreiten und sie sowie darauf basierende Hardware herstellen und verkaufen können.“

Stand heute gibt es bereits zahlreiche Beispiele offener Hardware – allen voran der 3D-Drucker RepRap, der sich selbst drucken kann oder der Mikrocomputer Arduino, der in zahlreichen Do-It-Yourself (DIY)-Kits verbaut wird. Offene Hardware umfasst aber weitaus mehr als nur Elektronik: rund um die Welt stellen Menschen ihre Baupläne für Büromöbel, Plastik-Recyclinganlagen, sogar Häuser oder MRT-Geräte frei zur Verfügung. Ähnlich wie bei freier Software dürfen und sollen einzelne Komponenten aus offener Hardware auch in anderen Projekten wiederverwendet werden. Jeder kann mitmachen – sei es als Entwickler, Übersetzer oder Anwender.

Die Mentalität, dass jeder Mensch ein Gerät verstehen, nachbauen, modifizieren und verbreiten kann, scheint insbesondere bei DIY-Enthusiasten angekommen zu sein und findet seine Wege in die Städte, wo sogenannte FabLabs entstehen – Orte mit 3D-Druckern und Lasercuttern, um selbst Produkte herstellen zu können. Dass offene Hardware aber gerade dabei ist, eine Revolution auszulösen und welche immensen Folgen das für unsere Gesellschaft haben wird, wird erst langsam sichtbar.

Das Projekt „Careables“ sammelt und verteilt bspw. frei verfügbare Baupläne für das Gesundheitswesen: vom 1-Dollar-Stethoskop über eine 3D-druckbare Rollstuhlrampe bis hin zu vollwertigen Arm- oder Beinprothesen. Der Impact dieses Projekts ist nicht zu unterschätzen, denn es bietet nun eine direkte Alternative zu überteuerten und sich nur langsam weiterentwickelnden Medizinprodukten. Das kann in Deutschland eine Rolle spielen, aber auch in Ländern des globalen Südens. Statt Gesundheitsprodukte für hohe Kosten zu importieren, können viele Geräte nun vor Ort für einen Bruchteil des Geldes produziert und erprobt werden. Durch den direkten Austausch mit den Nutzern können grundlegende Produktänderungen und zielgruppenspezifische Anpassungen somit schnell umgesetzt werden. Offene Hardware kann damit auch eine Antwort auf soziale Fragen sein.

Ein anderes Beispiel ist Sono Motors, deutscher Hersteller des Elektroautos Sion. Der Anspruch des Herstellers ist es, möglichst klimafreundlich und ressourcenschonend zu agieren. Entsprechend soll das Fahrzeug bis zu seinem Lebensende so weit wie möglich fahren können. Um das Service-Netzwerk zu verbessern, will Sono Motors das Werkstatt-Handbuch quelloffen stellen und damit jeder freien Werkstatt eine Wartung der Autos ermöglichen.

Wenn man die aktuellen Entwicklungen in die Zukunft weiterdenkt, ist zu erwarten, dass mehr Unternehmen beginnen werden, ihre Hardware und ihre Fertigungsprozesse quelloffen zu stellen, denn offene Hardware hat sehr viele Vorteile: Reparierbarkeit, schnelles Prototyping, höhere Produktqualität, geringere Entwicklungskosten, Wiederverwendbarkeit von Modulen, Ressourcenersparnis, u.v.m. Offene Entwicklungsprozesse bedeuten auch, dass mehr Menschen mit Begeisterung an gemeinsamen Projekten mitwirken können. Das fördert die Kundenbindung und schlägt sektorübergreifend Brücken, etwa zu Hochschulen. Selbst die Mitarbeiterakquise wird dadurch erleichtert, denn die Zusammenarbeit kann von Unternehmen und Bewerbern im Vorfeld erprobt werden. Letztlich ist offene Hardware aber auch eine Grundvoraussetzung für eine Kreislaufwirtschaft.

Gleichzeitig ist offene Hardware eine große Herausforderung für Hersteller, denn an vielen Stellen muss umgedacht werden. Viele Einnahmen aus Abhängigkeitsverhältnissen werden entfallen, etwa die durch Neukauf (dank geplanter Obsoleszenz) oder händlerspezifische Ersatzteile. Es besteht somit der Bedarf nach neuen, vielleicht „ehrlicheren“ Geschäftsmodellen. Tendenziell werden Entwicklungskosten sinken, da einerseits die Menge an frei verfügbaren Modulen steigen wird und der Entwicklungsprozess community-orientierter wird. Die Aufwände im Bereich der Moderation werden steigen, während die selbst zu erbringende Entwicklungsleistung geringer wird.

Warum lässt sich das jetzt schon alles vorausahnen? Weil diese Entwicklung schon einmal passiert ist. Open-Source-Software hat eine vergleichbare Entwicklung durchlebt und ihre eigene Erfolgsgeschichte mit neuen Geschäftsmodellen hervorgebracht. Offene Hardware ist die logische Fortführung eben jener Revolution des Wirtschaftens mit freien Ressourcen.

Offene Hardware in die Fläche bringen

Welcher Beitrag kann geleistet werden, um diese Entwicklung bestmöglich zu unterstützen? Der Verein Open Source Ecology Germany (OSEG) beantwortet diese Frage mit: Standardisierung. Vielleicht eine sehr deutsche Antwort.

Der mehrheitlich von Ingenieuren gegründete Verein führt gerade mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN e.V.) ein Projekt durch, das offene Hardware in die Fläche bringen soll. Das Projekt „Erarbeitung der Grundlagen der Standardisierung und Zugänglichkeit von Open-Source-Hardware“ birgt trotz seines sperrigen Titels ein enormes Potenzial in sich.

Open Source Ecology Germany Logo und einige Open-Hardware-Beispiele — Foto: Timm Wille (CC-BY-SA 4.0)

Projektpartner DIN ist seit über 100 Jahren die Instanz für Produktstandards in Deutschland – jedes Blatt Papier, jeder Schnuller und jede Zahnbürste, die man in der Bundesrepublik kaufen kann, ist nach DIN-Standards produziert. Open Source Ecology Germany wurde 2016 gegründet und sieht sich als Teil der weltweiten „Open Source Ecology“ Bewegung, die sich für einen nachhaltigen technischen Fortschritt mittels Forschung und Wissenschaft einsetzt. Die Bewegung wurde international durch das Projekt „Global Village Construction Set“ bekannt – einem offenen Bausatz von 50 Maschinen, die eine Selbstversorgung kleinerer Gemeinschaften ermöglichen. Der Fokus des deutschen Vereins liegt eher darauf, die gesellschaftliche Verbreitung von offener Hardware zu ermöglichen.

Warum sollte man offene Hardware standardisieren? Projektpartner Dr. Jérémy Bonvoisin, Professor an der University of Bath, beschreibt die Situation der Open-Source-Produktentwicklung (OSPE) wie folgt:

[Obwohl] Transparenz, Zugänglichkeit und Reproduzierbarkeit als wichtige Bestandteile des Open-Source-Ansatzes betrachten [werden], verwirklicht nur rund jedes zehnte OSPE-Produkt alle drei Aspekte in Kombination.

Open-Source-Produktentwicklung will also praktiziert werden, durch fehlende Richtlinien machen aber alle Entwicklungsteams was sie selbst für richtig halten.

Nun passen der Standardisierungs-Dinosaurier DIN und der Begriff „quelloffen“ nicht unbedingt zusammen, denn das Institut finanziert sich größtenteils über den Verkauf von kopiergeschützten Normen. Als Vorhaben wurde nun ausgesprochen, erstmals eine DIN SPEC unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen. Damit kann und soll die Community die Norm selbst weiterentwickeln und Wissen aus dem praktischen Einsatz einfließen lassen.

Im Geiste der Kollaboration wurde ein Projektkonsortium ins Leben gerufen, das 36 internationale Institutionen repräsentiert und vorhandenes Wissen bündelt und weiterentwickelt. Am Tisch sitzen neben der Open Source Hardware Association (OSHWA) weitere Projektgruppen, Forschungseinrichtungen, Gemeinnützige Organisationen und Unternehmen.

Das Projekt beinhaltet drei Komponenten, die sich im Englischen klangvoll mit „The Rule, The Tool and The Pool“ zusammenfassen lassen.

1. The Rule – DIN SPEC

Gleich zwei Dokumente werden entwickelt und Ende des Jahres als DIN SPEC 3105 veröffentlicht. Im ersten (DIN SPEC 3105-1) geht es dabei um eine klare Begriffsdefinition und einen Anforderungskatalog für die technische Dokumentation offener Hardware. Das zweite Dokument (DIN SPEC 3105-2) definiert ein praktikables auf Peer-Reviews basierendes Verfahren zur Zertifizierung dieser.

Bei Entwicklung der Dokumente wurde auf der international anerkannten Definition der OSHWA aufgebaut. Da die Norm selbst ein Open-Source-Projekt ist, ist jeder auch dazu eingeladen, mitzumachen. Wie, regelt der Contribution Guide.

Vereinfacht gesagt beschreibt die OSHWA-Definition bereits das open in Open-Source. Ergänzt wird dies nun um die DIN SPEC mit einer klaren Ausgestaltung der source.

2. The Tool – Offene Richtlinie

Das Teilprojekt „Open Source Hardware Guideline“ (OSH Guideline) ist eine community-getragene Richtlinie zur Erarbeitung eigener Spezifikationen, Best Practices und Klärung grundlegender Fragen. Darin wird bspw. ausgeführt, wie eine maschinenlesbare Stückliste auszusehen hat, aber auch wie Open-Source-Entwicklungsprozesse klug aufgebaut werden können, rechtliche und lizenztechnische Aspekte werden darin erstmals juristisch geklärt und eine Reihe neuartiger Geschäftsmodelle auf Basis offener Hardware werden vorgestellt.

3. The Pool – Suchmaschine für DIY- und Open-Source-Hardware

Es wurde eine Meta-Suchmaschine entwickelt, die hunderte Internetseiten nach offener Hardware durchsucht. Die Seite mit dem Titel „Open Hardware Observatory“ (kurz OHO) wurde in einer Beta-Version bereits auf oho.wiki veröffentlicht. In einer kommenden Ausbaustufe werden u.a. die Open-Source-Hardware-Lizenzen aller Einträge erfasst und die Suchmaschine um eine Filterfunktion ergänzt. Dies ermöglicht eine Suche nach vollständiger und normgerechter Open-Source-Hardware. OHO wird damit die weltweit erste Anlaufstelle für Hardware nach DIN SPEC 3501-1. OHO, das von der TU Berlin mitentwickelt wird, soll auch im EU-Projekt “OPEN!Next” integriert werden, das 19 Unternehmen und Forschungspartner aus 7 europärischen Ländern involviert und zum Ziel hat, Unternehmen und Communities in kreativen und produktiven Open-Source-Design-Ökosystemen zu verbinden.

Alle drei Komponenten werden frei verfügbar und offen für Mitgestaltung sein. In Kombination miteinander werden sie zukünftig so funktionieren, dass die DIN SPECs den Rahmen für die Technische Dokumentation eines offenen Hardwareprodukts und die Zertifizierung dieser vorgibt. Die OSH Guideline soll also bei der Erstellung und Verbreitung normgerechter Open-Source-Hardware helfen. Wird die zertifizierte Dokumentation auf einer öffentlichen Plattform abgelegt, so wird diese vom oho.wiki gefunden und erscheint in den Suchergebnissen nach vollständiger und normgerechter Hardware.

Das bedeutet für Hersteller, dass zukünftig eine klare Richtlinie zur Verfügung stehen wird, wie sie mit offener Hardware arbeiten können – Entwicklungsprozesse, Geschäftsmodelle und rechtliche Grundlagen. Forschungsprojekten wird es leichter sein, ihre Prototypen offen zu dokumentieren, da in Förderanträgen auf eine „Dokumentation nach DIN SPEC 3105“ verwiesen werden kann.

Die Veröffentlichung der DIN SPECs ist für Januar 2020 geplant. Allmählich wird es greifbarer, wie eine Welt aussehen könnte, in der wir nicht nur alles reparieren, sondern auch bauen und weiterentwickeln können – selbst komplexe Maschinen. Und aus einer historischen Perspektive könnte dies ein sehr interessanter Schwelle sein, denn die Kluft zwischen den Eigentümern der Produktionsmittel und Arbeitern scheint sich aufzulösen.

Im 21. Jahrhundert wird die Technologieentwicklung neu erfunden und damit vielleicht auch unsere Gesellschaft.

Titelbild: Goncharevich Nadiya (CC-BY-SA 4.0)

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OSE Germany – auf der MakerFaire 2017 in Hannover

Dieses Jahr waren wir nunmehr zum 5. mal auf der MakerFaire in Hannover. Dabei wurden als Neuheiten erstmals das LibreSolar Projekt, die neue CNC TorchTable Höhensteuerung, der OSE 3D-Drucker D3D und die neue UniProKit V.2 Version vorgestellt.

OSE Logo und oben rechts die TempCTRL
OSE Logo und oben rechts die TempCTRL

Natürlich hatten wir auch einige der älteren Projekte mit dabei, wie etwa das DIY-Laptop, die Temperatursteuerung TempCTRL, eine frühe Solarbox Version und natürlich auch wieder den Kammwebstuhl OHLOOM – der sich stets einer besonders großen Beliebtheit beim Publikum erfreut. Achja, und meinen neuen Anet A8 hatte ich natürlich auch dabei, endlich ein 3D-Drucker, den ich gut transportieren kann.

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OSEG: DoroDango Workshop im OpenEcoLab Rahden

Letzte Woche trafen sich Achmed, Timm und ich (Oliver) im OpenEcoLab Rahden zu einem Orientierungs- und Brainstorming-Meeting, welches wir in Form eines DoroDango-Workshops abhielten.

Das Ganze kann verstanden werden, als eine Art bewusstem Gegen-Entwurf zu den sogenannten “Design Sprints”. Die Idee bei jenen ist, durch höchst konzentrierte Zusammenarbeit einer größeren Anzahl von möglichst high-skilled Teilnehmern in der gegebenen kurzen Zeit einen größtmöglichsten Progress in aktuellen Konstruktions- und Designs-Prozessen zu erzielen.

Bei unserem DoroDango-Workshop haben wir aber quasi dieses Pferd ganz gezielt von hinten aufgezäumt. Bei einem vorangegangenen Meeting rund 1 Jahr zuvor war die Erfahrung, das es zwar ein tolles Treffen war, aber insgesamt schien die Zeit viel zu kurz (trotzdem wir auch die Nächte halb durchgemacht hatten) um alles was wir uns vorgenommen hatten zu zeigen, zu besprechen und weitere Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Anders gesagt, es war zwar schön … aber auch stressig.

Das sollte diesmal grundlegend anders werden.

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BAC21: Energy and Open Hardware – Workshop in Brüssel

Am Wochenende vom 11.11. bis 13.11 fand in Brüssel der “BAC21: Energy and Open Hardware”-Workshop statt, an dem auch OSEG teilnahm. Hier nun der Bericht dazu.

Vorgeschichte: Im Spätsommer 2015 fand für 5 Wochen das InnovationsCamp POC21 im Chateau de Millemont nahe Paris statt, dessen Ziel es war, in diesen 5 Wochen 100 Maker, Designer und Innovatoren zusammenzubringen, um ein Proof of Concept einer nachhaltigen Gesellschaft zu entwickeln.

Das POC21 war ein in dieser Form bislang einmaliges Event, aber es war auch gleichzeitig ein Aufbruch, bei dem gewissermaßen eine Saat gelegt wurde, die nun zu spriessen beginnt. Insofern kann der BAC21-Workshop in Brüssel als ein Follow-Up Event betrachtet werden, an dem einige der POC21-Projekte und -Teilnehmer mit vertreten waren, nebst weiteren Personen, wie zB. mir, sowie einigen OpenHardware-Akteuren und Ingenieuren aus dem lokalen Brüsseler Fablab- und Hochschul-Umfeld. Auch wurde die Veranstaltung zum Teil aus Mitteln des POC21-Budgets finanziert.

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Update: Lastenrad

Liebe Freunde,
es hat sich einiges getan, daher hier ein paar Updates:
LASTENRAD
Bei den letzten Treffen haben wir uns ein schon fertiges Lastenrad angeschaut und uns konstruktive Details überlegt. Wir möchten die Größe der Ladefläche an die üblichsten Gemüsekisten anpassen, also falls ihr da Erfahrung habt dann schreibt gerne an martin.schott@posteo.de. Als nächstes prüfen wir, was es im Schrottplatz an brauchbaren Teilen gibt und kalkulieren auf dieser Basis die noch benötigten Ressourcen. Immer Dienstags (ab 19h) und Samstags (ab 16h) ist die Werkstatt geöffnet, hier werden die nächsten Treffen vorbereitet und die Projektmitglieder üben sich im Schweißen! (Adresse hier: www.schuelerfahrradwerkstatt.de)
Wir werden dokumentieren, wie viel alle Teile theoretisch gekostet hätten und für wie viel (bzw. wie wenig) wir es letztenendes hinbekommen. Wir werden auch den Preis eines kommerziellen Lastenrades vergleichen. Mehrere Leute werden mit Kameras dabei sein und helfen mit, das Projekt und den Prozess zu dokumentieren.
Weitere Informationen kommen in den nächsten Wochen.
OPEN ATRIUM
Unsere Projektplattform OpenAtrium (unter http://collab.opensourceecology.de/) nimmt langsam Struktur an, wir haben uns beim letzten Orga-Treffen schon etwas eingearbeitet. In Zukunft werden noch weitere Details hinzugefügt.
GEODOME
Szilárd möchte ein Geodome-Projekt starten: Er möchte ein Programm erstellen, mit dem automatisch Plan, Anleitung und Materialliste genertiert wird. Wer sich für Konstruktion eines Geodomes interessiert meldet sich einfach bei Szilárd, er freut sich über Mitstreiter: szillerke@gmail.com (das ist ein Geodome: http://de.wikipedia.org/wiki/Geod%C3%A4tische_Kuppel ).
LIZENZEN & OPEN SOURCE
Wer sich mit dem Thema OpenSource-Lizenzen auskennt oder jemanden vermitteln kann, kann sich auch gerne melden: opensourceecology@lists.riseup.net
Bis dahin,
Open Source Power !

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Wir bauen ein Lastenrad – OSEG Berlin

Hier die Neuigkeiten der Berliner Projektgruppe:

Wir haben uns entschieden einen 3-Rad-Vorderlader für das Netzwerk Lebensmittelretten.de (foodsharing) zu bauen.
Wir treffen uns regelmäßig und sind schon eine Gruppe mit einem festen Kern aus 6-10 Leuten und weiteren Interessierten. Wer mitmachen möchte kann immer gerne dazukommen!
Hier kann man sich in die MAILINGLISTE eintragen, dort gibt es Termine, Neuigkeiten usw.: Verteiler.

• Technisches:
Wir werden nach diesem Modell vorgehen und dieses anpassen: Bauanleitung.
In der Schüler-Fahrrad-Werkstatt werden wir das Rad bauen, wir haben dort ein WIG-Schweißgerät und sind schon am Üben.

• Kommunikation:
Wir werden uns zwischen Erpal und Co-munity entscheiden. Vielleicht ist das auch etwas für die Kölner?

Erpal ist ein high-end Project Management Tool, das so ziemlich alle Features hat, die einem nur irgendwie in den Kopf kommen, man kann es jedoch auch schlicht und einfach auf die notwendigen Funktionen beschränken. Man müsste es noch auf unserem Server installieren, aber wir haben die notwendigen Kapazitäten, die sich dafür bereit erklären, falls es von der Gruppe gewollt ist.
http://www.erpal.info/

co-munity ist ein etwas einfacher gehaltenes “social network for exchange and collaboration between movements, initiatives and research on degrowth, transition and agroecology.” Es hat alle Funktionen, die wir benötigen, ist einfach, übersichtlich und natürlich open source. Es wäre sofort (nach Anmeldung und Prüfung ähnlich wie bei riseup.net) einsetzbar und wir hätten die Option, die neue Version später auf unserm Server zu installiern.
http://co-munity.net/
bzw. der Nachfolger davon
http://openatrium.com/

• Dokumentation:
Wir möchten ein Team bilden, welches den Bauplan, aber auch den Prozess dokumentiert. Im Optimalfall werden wir dabei verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Z.B. können wir dabei den Showcase von knowable.org nutzen.

Wir suchen noch liebe Mitmenschen, die sich gerne in folgenden Bereichen einbringen wollen:
– Bau des Lastenrades selbst
– kümmern um Teaminternes und Pflegen des Kommunikationstools
– Dokumentation, also Fotografieren und Filmen und dann ggf. Zusammenschneiden, Seiten/Anleitungen erstellen
– um Öffentlichkeitsarbeit/PR kümmern

Außerdem haben wir als positiven Nebeneffekt einen Platz auf dem Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor in Tempelhof ermöglicht bekommen!

Weitere Projekte sind in Planung (Geodome, Windturbine, etc.), Priorität liegt für dieses Jahr jedoch auf der Fertigstellung des 3Rad-Vorderladers.

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Einladung: Project Meeting OSE Berlin

Liebe Freunde,

wir wollen 2014 ein Open Hardware Pilotprojekt umsetzen und laden Euch herzlich ein, gemeinsam das Projekt mit zu planen und zu entwickeln. Dieses soll den symbolischen Grundstein für zukünftige Projekte in Berlin legen.

Open Source Ecology (OSE) ist eine offene Bewegung, die Open Source Technologien in den Bereichen Fertigung, Bauwesen, ökologische Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Transport entwickelt – von Werkzeugmaschinen bis hin zu Traktoren und Windturbinen. Die Technologien werden kontinuierlich gemäß nachhaltigen Grundwerten wie Reproduzierbarkeit, Modularität, Eignung für den Eigenbau und ökologischem Design verbessert und der weltweiten Community online und frei zur Verfügung gestellt. Dies beschleunigt die lokale und weltweite Innovation und fördert ökologische Nachhaltigkeit und kooperatives Zusammenleben.

Open Hardware Philosophie: http://www.vimeo.com/58165438

TED Talk: https://www.youtube.com/watch?v=gPH0GV-4NpQ

Wir laden Euch ein …

Projektvorschläge zu machen …bis zum 21. März Projektvorschläge für Maschinen und Geräte, die wir bauen wollen, in folgendes Dokument einzutragen:

http://bit.ly/ose-berlin-project

Das Projekt mit zu entscheiden und umzusetzen …am Freitag, den 21. März, 19 Uhr, in der ThinkFarm Berlin, Oranienstr. 183, uns kennen zu lernen, die Projektvorschläge zu besprechen und uns gemeinsam für ein Projekt zu entscheiden und in den nächsten Monaten umsetzen.

Wir freuen uns auf tolle Vorschläge und tatkräftige Menschen die Lust haben, gemeinsam etwas zu bewegen!

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Erste Unternehmensunterstützung durch Grundeinkommen – velaia GmbH

Wir haben das erste Unternehmen, das unsere Arbeit finanziell unterstützt! velaia GmbH gibt einen bedingungslosen Grundeinkommen von 1000€ monatlich an Nikolay Georgiev , um OSE Germany weiterzuentwickeln. Sie können mehr Details hier lesen.

Was wir erleben, ist nicht nur ein Unternehmen, das engagierte Menschen unterstützt, sondern auch gegenseitige Unterstützung durch direkte menschliche Beziehung auf Basis von gemeinsamen Werten und gemeinsamer Vision! Das ist eine perfekte Repräsentation davon, was wir mit OSE Germany entwickeln wollen – gesunde menschliche Beziehungen, die sich gegenseitig und die Gesellschaft bereichern.

Schauen sie sich diese kurze Fragen und Antworten mit Daniel Lang von velaia GmbH an:

velaia GmbH ist ein echtes Beispiel für Corporate Social Responsibility (CSR) und wir sind offen für andere Unternehmen. Wir haben Fachkräfte, die Ihre Produktivität bei der Open-Source-Produktentwicklung steigern könnten und verantwortliche Unternehmen können dies ermöglichen. Bitte dafür Kontakt mit Nikolay Georgiev aufnehmen.

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Frithjof Bergmann und Entwicklung in Südafrika

Frithjof Bergmann arbeitet weltweit seit 30 Jahren an Neue Arbeit Neue Kultur mit Hauptvision die Transformation von industriellen zu Gemeinschaftserzeugung (community production) führend zu selbstbestimmenden Lebenstill und Kultur.

Am Ende dieser Woche fliegt er nach Südafrika wo er beraten werde wie man riesige unbenutzte Flächen entwickeln kann und er sucht gerade nach praktische Lösungen. Die Schaffung einer Grundwerkstatt und das Bauen der GVCS Baumaschinen könnte ein Teil davon sein. Frithjof sucht nach Leuten, die technisches Wissen haben, wie man es von Grund auf entwickeln kann und vor allem in Afrika. Wenn Du Ideen hast oder Ihn mit Menschen, die an ähnlichen Projekten in Afrika arbeiten, verbinden könntest, bitte schicke Ihm eine E-Mail an: newworkannarbor in gmail dot com

Hier ist unser 30-Minutiges Gespräch (auf Deutsch) und ein 2-Minutiges Video (auf Englisch) wo er den Hintergrund und Bedarf in Kürze erläutert.

Du könntest mehr über seine Arbeit auf Englisch, Deutsch, in seinen Büchern und Publikationen lesen.

Update aus Austria mit Franz Nahrada:

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