OSEG: DoroDango Workshop im OpenEcoLab Rahden

Letzte Woche trafen sich Achmed, Timm und ich (Oliver) im OpenEcoLab Rahden zu einem Orientierungs- und Brainstorming-Meeting, welches wir in Form eines DoroDango-Workshops abhielten.

Das Ganze kann verstanden werden, als eine Art bewusstem Gegen-Entwurf zu den sogenannten “Design Sprints”. Die Idee bei jenen ist, durch höchst konzentrierte Zusammenarbeit einer größeren Anzahl von möglichst high-skilled Teilnehmern in der gegebenen kurzen Zeit einen größtmöglichsten Progress in aktuellen Konstruktions- und Designs-Prozessen zu erzielen.

Bei unserem DoroDango-Workshop haben wir aber quasi dieses Pferd ganz gezielt von hinten aufgezäumt. Bei einem vorangegangenen Meeting rund 1 Jahr zuvor war die Erfahrung, das es zwar ein tolles Treffen war, aber insgesamt schien die Zeit viel zu kurz (trotzdem wir auch die Nächte halb durchgemacht hatten) um alles was wir uns vorgenommen hatten zu zeigen, zu besprechen und weitere Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Anders gesagt, es war zwar schön … aber auch stressig.

Das sollte diesmal grundlegend anders werden.

Daher hatten wir uns nun a priori mehr Zeit genommen. Und einen anderen Plan: Anstatt uns die Todo-Liste vollzupacken gab es nur zwei Punkte:

1. Erst mal völlig entspannen und loslassen, in angenehmer Atmosphäre, unterstützt durch kulinarische Genüsse und erst mal runterkommen vom Alltagsstress, das Beisammensein geniessen und einfach nur Zeit haben. Auch für triviale Gesprächsthemen, die nicht unbedingt immer was mit OSEG zu tun haben müssen sondern auch privater Natur sein können – kurzum: Entschleunigung und Wohlbefinden waren hier die vorrangigen Etappenziele.

2. Aus Lehm einfach nur mit unseren Händen eine Kugel formen, die solange gerieben und mit Lehmpulver bestreut wird, bis sich eine glänzende Oberfläche ergibt, die fast so wirkt als hätte die Kugel eine Glasur.

Diese Technik kommt – wie könnte es auch anders sein – natürlich aus Japan ;). Dort werden solche Kugeln bereits von Kindergarten-Kindern oder in der Grundschule geformt und über viele Stunden hinweg bearbeitet und behandelt. Vermutlich sollen die Kinder dadurch Geduld und Ausdauer lernen wobei die Übung am Ende auch noch mit einem Erfolgserlebnis – nämlich der schönen Kugel – verbunden ist.

DoroDango – Kugeln aus Lehm

Für uns als Mitglieder des OSEG-Teams hatte die Sache noch einen ganz besonderen Reiz aufgrund ihrer hohen Symbolkraft: Wir sind alle drei absolut grundverschiedene Vertreter unterschiedlicher Altersklassen, Temperamente, Vorlieben und Abneigungen und leben an voneinander weit enfernten Orten. Es gibt also ausser OSEG vordergründig betrachtet erst mal nichts, was uns ansonsten miteinander verbindet.

Aber irgendwie haben wir es (insbesondere in den letzten zwei, drei Jahren) geschafft, uns trotzdem zusammenzuraufen und gerade diese Unterschiede in einen Vorteil im Sinne einer komplementären Ergänzung umzumünzen. Jeder von uns agiert eigentlich völlig eigenständig, aber irgendwie ziehen wir dennoch an einem gemeinsamen Strang. Und haben eine gewisse Art entwickelt uns sozusagen gegenseitig die Bälle zuzuspielen – was natürlich sehr schön zu dem DoroDango-Thema passt … aber ich erwähnte ja schon, das dieses eine hohe Symbolkraft aufweist 😉

Jedenfalls haben wir es damit nicht nur geschafft OSEG durch die schwierigen Anfangszeiten zu bringen, sondern auch noch eine Weiterentwicklung stattfinden zu lassen, wie etwa die Meisterung der “Server-Krise”, Verbesserung unserer Internet-Infrastruktur (sehr wichtig für unsere Kommunikation, immerhin ist OSEG “physisch” über ganz Deutschland verstreut), Gründung des Vereins, Präsenz auf diversen Events und Veranstaltungen (und sonstiger Öffentlichkeitsarbeit), Community-Bildung, Profilierung der OpenEcoLabs, Etablierung regelmäßiger Meetings wie dem OThing und dem Admin-Meeting, Vernetzung mit anderen OSE- und artverwandten Gruppen (sowohl hierzulande, als auch im näheren europäischen Raum länderübergreifend) und natürlich auch die Arbeit an den jeweiligen OpenHardware-Projekten.

Wobei ich an dieser Stelle betonen muss, dass für all Dieses auch die Beteiligung und die Mitarbeit etlicher weiterer Personen, denen dafür ebenfalls Kudos gebühren, entscheidenden Anteil hatten. Und erfreulicherweise nimmt die Anzahl der Personen im OSEG-Team seit einiger Zeit stetig zu.

Das alles wollten wir innerhalb unseres Workshops eben dadurch zum Ausdruck bringen, dass nicht jeder seine eigene Lehmkugel knetet, sondern die Kugel von Hand zu Hand wandert und jeder einen Teil dazu beiträgt (während die jeweils anderen beiden die Hände frei haben !)

Ausserdem schien es mir einen gewissen Coolness-Faktor zu haben, wenn man im Nachhinein den Inhalt des Workshops beschreiben könnte mit “Oooch, wir ham halt ne ruhige Kugel geschoben” 😉

Dabei ist das eine glatte Untertreibung, denn mitunter ergaben sich bei dieser Tätigkeit höchst dramatische Momente, wie etwa, als wir merkten, das dass, was in den ganzen Youtube-Videos von japanischen Kindern so spielerisch leicht aussieht in Wahrheit gar nicht so easy sondern ganz schön tricky ist … bei uns entstand nämlich anfangs immer ziemlich schnell eine feste äussere Schale, die dann aber leider auch sehr schnell Brüche, oder “Cracks” (wie es im Fachjargon heisst) aufwies.

Das aber drei gestandene Ingenieure und Wissenschaftler nicht in der Lage sein sollten, etwas hinzubekommen, was anderswo schon im Kindergarten praktiziert wird …, also, diese Schmach wollten wir natürlich auch nicht gern auf uns sitzen lassen 😉 😉

Interessanterweise war es dann so, dass wir der Lösung auch wieder nur durch Zusammenarbeit nahe kamen … mal hatte der eine noch eine Idee, die uns einen Teilschritt weiterbrachte und mal der andere. Und sobald mal Zwei von uns weich waren konnte dann der Dritte wieder nicht die Hände von der Kugel lassen 😉

So haben wir dann in mehreren Schritten ein paar Knackpunkte geknackt und das Ziel gemeinsam erreicht. Wir haben dazu auch ein kleines Anleitungsvideo gemacht, was zu finden ist unter diesem YoutubeVideo:

Ausserdem haben wir noch ein weiteres Video gedreht, welches eher so allgemeine Impressionen von der Atmosphäre des Workshops enthält und hier betrachtet werden kann:

Darin gelangen auch hin und wieder die kulinarischen Aspekte mit ins Bild. Ich bin schon seit Jahren ein Fan der japanischen Küche und ganz besonders inspiriert von einer Ausrichtung namens “Shojin Ryori”, das ist eine über Jahrhunderte hinweg in Zen-Klöstern entwickelte vegetarische Tempelküche, also quasi das, wovon sich buddhistische Mönche in Japan ernähren. Und was somit auch stilistisch gut zu unserem Workshop passte 😉 Ich hatte dazu bereits im Vorfeld einen sich über mehrere Tage erstreckenden und bis ins Detail ausgearbeiteten Menüplan erstellt und dann tatsächlich auch geschafft, diesen nahezu vollständig in die Tat umzusetzen. Worin für mich zunächst eine nicht unbeträchtliche logistische Herausforderung bestand, deren entspannte Bewältigung mich im Nachhinein mit einer ganz besonderen Zufriedenheit erfüllt 😉

Aber ehe nun einer meint, wir hätten die ganzen Tage nur Spökes getrieben und niederen irdischen Genüssen gefrönt, muss ich ausdrücklich darauf hinweisen, das wir obwohl (oder vielleicht auch gerade weil 😉 ) wir uns vorher in unserer Agenda auf nichts dergleichen festgelegt (aber andererseits auch nichts ausgeschlossen) hatten, dennoch massig Zeit für konstruktive Arbeit in Sachen OSEG fanden, wie etwa Informationsabgleich, allgemeine Planung für 2017 und Entwurf kreativer Ideen und Projekte für die nähere Zukunft sowie auch intensive Konstruktionsarbeit und Weiterentwicklung des neuen “Next-Generation”-Prototyps der Zink-Luft-Zelle.

Aber letzteres ist ein ganzes Thema für sich und wird von mir beizeiten vielleicht nochmal in einem eigenständigen Blog-Artikel vorgestellt 😉

Jedenfalls ist der ganze Workshop super gelaufen und hat viel Spass gemacht … und wir haben die Kugel zum Glänzen gekriegt !

[Nachtrag: hier noch ein Video, welches zeigt, wie wir die hözernen Sockel gemacht haben]

BAC21: Energy and Open Hardware – Workshop in Brüssel

Am Wochenende vom 11.11. bis 13.11 fand in Brüssel der “BAC21: Energy and Open Hardware”-Workshop statt, an dem auch OSEG teilnahm. Hier nun der Bericht dazu.

Vorgeschichte: Im Spätsommer 2015 fand für 5 Wochen das InnovationsCamp POC21 im Chateau de Millemont nahe Paris statt, dessen Ziel es war, in diesen 5 Wochen 100 Maker, Designer und Innovatoren zusammenzubringen, um ein Proof of Concept einer nachhaltigen Gesellschaft zu entwickeln.

Das POC21 war ein in dieser Form bislang einmaliges Event, aber es war auch gleichzeitig ein Aufbruch, bei dem gewissermaßen eine Saat gelegt wurde, die nun zu spriessen beginnt. Insofern kann der BAC21-Workshop in Brüssel als ein Follow-Up Event betrachtet werden, an dem einige der POC21-Projekte und -Teilnehmer mit vertreten waren, nebst weiteren Personen, wie zB. mir, sowie einigen OpenHardware-Akteuren und Ingenieuren aus dem lokalen Brüsseler Fablab- und Hochschul-Umfeld. Auch wurde die Veranstaltung zum Teil aus Mitteln des POC21-Budgets finanziert.

Um den verfügbaren Zeitraum des Workshops möglichst effektiv zu nutzen wurde der Fokus hier a priori auf OpenHardware-Energy-Projekte gesetzt. Einige der POC21-Projekte und auch andere nachhaltige OpenHardware-Projekte haben auf die eine oder andere Weise etwas mit Energie-Gewinnung und -Speicherung zu tun, so dass es sinnvoll erschien, die Aufmerksamkeit auf Überschneidungen und Gemeinsamkeiten zu richten, sowie auf sich daraus ergebende Zielsetzungen und einen allen gemeinsamen Bedarf.

Daraus sollte nun ein strategischer Ansatz geformt werden, bei dem vor allem eines im Vordergrund steht: Eine (länderübergreifende) Kollaboration, bei der die individuellen Kräfte und Fähigkeiten der einzelnen Teams optimal gebündelt werden.

Deswegen bestand ein wichtiger Teil des Workshops zunächst darin, ein theoretisches Rahmenwerk zu schaffen und sich auf gemeinsame Grundlagen und Standards zu verständigen. So wurde z.B. evaluiert, welche Arten von Steckverbindungen für unsere Zwecke besonders geeignet sind. Dazu hatten die Teilnehmer mehrere in Frage kommende Produkte mitgebracht, die nun auf ihre besonderen Stärken und Schwächen hin analysiert und gegenübergestellt wurden, als da wären Leistung (wieviel Ampere), Safety-Aspekte, Funktionalität (HotPlug) und natürlich auch Verfügbarkeit und Preis.

Zielsetzung: Gemeinsame Standards sowohl bei Hardware-Komponenten, als auch in den Daten-Kommunikations-Protokollen.

Zielsetzung: Gemeinsame Standards sowohl bei Hardware-Komponenten, als auch in den Daten-Kommunikations-Protokollen.

Aber abgesehen von solchen schon sehr ins Detail gehenden Fragestellungen stand vor allem auch ein übergeordnetes Konzept mit dem Arbeitstitel “Open Source Energy Mesh” im Raum. Dabei geht es um die Idee eines dezentralen und intelligenten Niedervolt-Gleichstrom-Netzes, welches speziell für den Einsatz zusammen mit erneuerbaren Energien entwickelt und entsprechend optimiert werden soll.

Etwas Ähnliches wurde schon mal vor 3 Jahren von Alex Shure bei OpenSourceEcology Germany unter dem Projektnamen “DiVER” vorgeschlagen und grob umrissen und erst kürzlich von ihm nochmal überbearbeitet und verfeinert – es trägt seitdem die Bezeichnung “Open NanoGrid”.

In die gleiche Richtung geht auch der Ansatz, den Martin vom LibreSolar-Projekt auf dem BAC21 vorgestellt hat. Genauer gesagt hat er mehrere Varianten und Ausgestaltungen von OpenSource-EnergyMesh-Topologien gegenübergestellt und die jeweiligen Vor- und Nachteile beleuchtet, so dass in der anschliessenden Gruppendebatte herausgearbeitet werden konnte, was nun als gemeinsamer Standard favorisiert wird. Konkret handelt es sich dabei um eine Signalbus-Topologie, bei welcher insbesondere auf Seiten der Stromquellen (Akku, PV) durch vorgeschaltete DC/DC-Konverter eine Unabhängigkeit von verschiedenen Spannungsbereichen erreicht werden kann. Das Netz hätte dann eine einheitliche Spannung im Bereich um 48V.

Signalbus-Topologie

Signalbus-Topologie

Da es sich um ein intelligentes Grid handelt, müssen sowohl Quellen als auch Verbraucher dezentral miteinander kommunizieren können (damit auf dem Bus ein intelligentes Last-Ausgleichs-Management und Priorisierung erfolgen kann).

Hierzu wurden gemeinsam verschiedene Datenübertragungs-Protokolle und Bussysteme untersucht und verglichen. Als aussichtsreichster Kandidat wurde dann der CAN-Bus eingestuft, weil er ausser einer hohen Datenübertragungsrate auch ein hohes Maß an Robustheit bietet (und deshalb zB. auch oft in der Auto-Elektronik eingesetzt wird).

Am Anfang des Events wurden die verschiedenen Projekte, deren Betreiber hier als Teilnehmer erschienen waren, vorgestellt bzw. ein Überblick bezügl. des aktuellen Entwicklungsstandes gegeben.

Vorstellung der Projekte in der OpenFab

Vorstellung der Projekte in der OpenFab

Ich selbst (Oliver) hatte meine Zink-Luft-Zelle und die Solarbox dabei, sowie noch eine neue, kleinere Solarbox, die ich just kurz vorher noch anlässlich des Events schnell zusammengeschraubt hatte.

Neuer SolarBox-Prototyp im UniProKit-Gehäuse

Neuer SolarBox-Prototyp im UniProKit-Gehäuse

Ausserdem waren u.a. noch die Projekte Velo M^2 (Florent, Tom, Yannick), Sunzilla (Laurin) und LibreSolar (Martin) vertreten.

Wenn man diese Projekte nebeneinander betrachtet, erkennt man als Gemeinsamkeit den Bedarf nach einer brauchbaren OpenHardware-Laderegler-Technik, mittels der man zB. auch Lithium-Akkus balancieren kann. Auch im Hinblick auf das OpenEnergy NanoGrid besteht hier ein starker Bedarf (nämlich um solche Akkus als Stromquellen innerhalb des Netzes sicher betreiben zu können).

Es bietet sich daher an, hier den Hebel anzusetzen und den ersten Schritt zu machen und genau das tut Martin mit dem LibreSolar-Projekt, welches u.a. die Entwicklung eines 48V-BMS zum Gegenstand hat.

Martin stellt sein BMS48V vor.

Martin stellt sein BMS48V vor.

Davon gab es denn auch bereits die allerersten PCB-Prototypen zu sehen, sozusagen noch warm und frisch aus der Schmiede, aber bereits up-and-running. Es handelt sich dabei um ein modulares System, bestehend aus einem Balancer-Board, welches nebst einer STM32F072 32-Bit CPU und einem BQ67940-Balancerchip auch noch ein CAN-Interface mit integriert hat, sowie einem separaten Leistungsmodul, welches das Be- und Entladen des Akkus mittels N-Channel-Mosfets in High-Side-Konfiguration regeln kann.

Balancer- und Leistumgs-Modul

LibreSolar BMS48V Balancer- und Leistumgs-Modul

Dieser Laderegler ist vergleichbar mit dem SBMS4080, welches ich in der SolarBox verwende, bietet im Gegensatz dazu aber noch den entscheidenden Vorteil, 48V zu können.

Das ganze Event fand auf mehrere Locations (nacheinander) verteilt statt, was den Teilnehmern ermöglichte, ein paar der Brüsseler FabLabs kennenzulernen (welche untereinander gut vernetzt sind), einschliesslich des Velo M^2, welches u.a. auch als eine Art mobiles Micro-FabLab fungieren kann.

Seinen Ausgangspunkt nahm das Event zunächst am Freitag im OpenFab, einem der ersten FabLabs in Brüssel. Es wird von Nicolas und Xavier betrieben und bietet eine gemütliche Atmosphere sowie eine reichhaltige Fablab-typische Ausstattung. Hier erfolgte die Vorstellung der Projekte und ein Einstieg in den theoretischen Teil.

Der Samstag war mehr dem praktischen Teil gewidmet, denn es sollte natürlich auch konkret an den Projekten herumgeschraubt (oder besser gesagt: an Detailproblemen gearbeitet ;)) werden können.

Dazu begaben wir uns in die Micro-Factory von Gilles und Rupert, welche mit rund 800qm viel Platz bietet und u.a. einen eigenen Holzbearbeitungs-Bereich und einen Metall-Bereich beinhaltet, beide sind auch mit einem umfassenden Maschinenpark ausgestattet.

Der vordere Arbeitsbereich der Micro-Factory ist ein Mehrzweckbereich, in dem z.B. Eeektronik- und 3D-Drucker-Arbeiten stattfinden.

Der vordere Arbeitsbereich der Micro-Factory ist ein Mehrzweckbereich, in dem z.B. Elektronik- und 3D-Drucker-Arbeiten stattfinden.

Natürlich war (wie immer bei solchen Gelegenheiten) die Zeit viel zu kurz um alle geplanten Arbeiten zu schaffen, aber das tat dem Vergnügen keinen Abbruch. So wurde u.a. am DC-Wandler des Generator-Moduls vom Velo M^2 gearbeitet. Der Generator ist Bestandteil einer Vorrichtung, in welche man auf einfache Weise ein Fahrrad einspannen und dann damit Strom erzeugen kann – bei einem fleissigen Radler bis zu 100W Leistung. Das scheint auf den ersten Blick nicht soviel zu sein, macht aber durchaus Sinn im Rahmen einer mobilen Anwendung, z.B. kann man damit den Strom für eine Kinovorführung generieren.

In diese Vorrichtung kann auf pfiffige Weise ein Fahrrad eingespannt werden.

In diese Vorrichtung kann auf clevere Weise ein Fahrrad eingespannt werden.

Die Solarbox wurde hier zum testen mit dem Generator verbunden und dient als Speicher.

Die Solarbox wurde hier zum testen mit dem Generator verbunden und dient als Speicher.

Am Sonntag fand dann noch ein Meeting bei Hackistan statt, in der Galeria Ravenstein. Letztere ist ein architektonisch imposantes Gebäude mit einer shopping-mall-Passage, welche in einen mehrstöckigen Rundbau mit Lichtkuppel mündet, alles in Sandstein- und Marmor-Optik gehalten.

Hackistan ist eine weitläufig vernetzte Gruppe mit vielseitigen Inhalten und Projekten, deren gemeinsamer Nenner ökologische Nachhaltigkeit ist, ähnlich wie bei OSE. Bei der Location in der Galeria Ravenstein handelt es sich nicht direkt um ein FabLab im herkömmlichen Sinne, sondern die Räumlichkeiten können auch als Showroom oder für Präsentationen und Seminare genützt werden. Gleichwohl kann durch Zusammenstellen der Arbeitstische aber auch eine größere zusammenhängende Arbeitsfläche geschaffen werden, die durchaus auch für kleinere Arbeiten wie zB. im Rahmen unseres Elektronik-Workshops geeignet ist.

Galeria Ravenstein

Galeria Ravenstein

Die Räume von Hackistan, in der Galeria Ravenstein

Die Räume von Hackistan, in der Galeria Ravenstein

Dabei wurden die letzten Stunden nochmal ausgiebig dazu genutzt, den theoretischen Teil zu vertiefen und auszubauen, so dass man schliesslich mit dem guten Gefühl nach Hause fahren konnte insgesamt einen großen Schritt voran gekommen zu sein und gleichzeitig die Weichen für die weitere übergreifende Zusammenarbeit gestellt zu haben. Ein nächstes Treffen wurde für das kommende Frühjahr verabredet.

Konzentriertes arbeiten am OpenEnergy-NanoGrid-Konzept

Konzentriertes arbeiten am OpenEnergy-NanoGrid-Konzept

Abschliessend möchte ich mich noch bei Yannick bedanken, der viel Arbeit darein gesteckt hat, das ganze Event zu organisieren . Yannick ist gewissermaßen eine souveräne Kraft und ein ruhender Pol im Hintergrund, bei dem alle Fäden zusammenlaufen und der dafür gesorgt hat, daß der ganze Ablauf des Events gut funktioniert hat und ausgewogen war. Denn ausser den rein technischen Veranstaltungen gab es auch noch ein bischen Rahmenprogram, also etwa Besuche in angesagten Szene-Pubs und Bistros, untermalt von interessanten Infos über die Stadt Brüssel an sich und insbesondere über die lokalen Zusammenhänge der dortigen FabLab- und OpenHardware-Szene.

Buchempfehlung: “Die Welt reparieren”

Das kürzlich beim Transcript-Verlag erschienene Buch “Die Welt reparieren” ist eine wirklich empfehlenswerte Lektüre für Maker und Leute, die sich für Themen wie Offene Werkstätten, gemeinsames Selbermachen und OpenSource-Initiativen wie OpenSourceEcology interessieren.

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Es bietet dabei eine umfassende Übersicht an aktuellen Projekten und stellt diese im Praxisteil ausführlich vor. Ausserdem gibt es einen Theorieteil mit Artikeln bekannter Autoren wie Neil Gershenfeld (dem Begründer der FabLab-Bewegung), welche die Visionen und Gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Projekte im sozio-ökonomischen Kontext und im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Subsistenz und Ressourcenbasierte Wirtschaft analysieren.

Kleiner Tipp: Auf der Buchseite des Transcript-Verlages kann man oben rechts auf den OpenAccess-Button klicken und das Buch dann kostenlos als .pdf-Version herunterladen.

Wenn Ihr aber eine Hardcopy vorzieht oder z.B. noch ein schönes Weihnachtsgeschenk sucht, dann unterstützt Ihr durch den Kauf des Buches den Herausgeber “Die Anstiftung e.V.”, eine gemeinnützige Organisation, welche sich bereits durch viele gute Taten und Förderungen im Bereich “Offene Werkstätten” etc. ausgezeichnet hat.

Ab der Buch-Seite 224 (bzw. S. 228 im .pdf-Dokument) gibt es auch einen Artikel über OpenSourceEcology und die Aktivitäten von OSEG, wo u.a. auch zwei Projekte (Zink-Luft-Zelle, Solarbox) von uns ausführlich vorgestellt werden.

Am 28. November wird in Berlin dazu übrigens auch eine
Buchvorstellung veranstaltet, bei der wahrscheinlich auch jemand von OSEG teilnimmt.

Workshop: Die Open Source Ecology – Blaupause einer Wirtschaft des 21. Jahrhunderts?

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Ein Vortrag von Thomas Mehwald über die heutige Situation der Wirtschaft und eine mögliche Alternative.

Datum: Dienstag, 8. November 2016 – 10:00 – 17:00

Stadt: Berlin

Adresse:

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Sebastianstr. 21
10179 Berlin

Anmeldung unter: Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

Mehr Infos dazu hier.

Open Source Ecology @ Stuttgart – 2. Live-Meeting

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Ort:Weltcafe Stuttgart (facebook wird das finden, ansonsten Charlottenplatz 17, Stuttgart)

Zeit: 9.8. 18:00

Infos:
Ein experimentelles Treffen, das vor allem einen erstmaliges Kennenlernen und menschlichen Austausch ermöglichen soll :), sowie eine zu besprechende Agenda und zum Potenzial analysieren für sinnvolle Zusammenarbeit, laufende und neue Projekte (auch (noch)nicht-OSE-Projekte) voranbringen ;), örtliche Veranstaltungen für Präsenz und mögliche folgende Treffen und Zusammenarbeit. In Sachen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Commons, Technologie, Open Hardware, Open Everyhing.

Bei gutem Wetter im schattigen Innenhof
Anfahrt mit ÖPNV: http://www2.vvs.de/Download/Envmaps/vvs/uCharl.pdf

Parkplätze: http://www.parkopedia.de/parken/stuttgart_charlottenplatz_17

Folgender Ablauf steht auf dem Plan:

– Vorstellungsrunde – Motivation, Vorstellungen von und zu OSE, derzeitige Aktivität/Projekte
– Aktueller Stand OSE Germany (und Europa/USA) – wer, was, wie, wo, wann, warum? Struktur, Kommunikation, Werkzeuge
– Der Verein – Status, Finanzierungsideen, Raising Awareness (and Money) in der Region
– Das OpenEcoLab (Hauptquartier) in Blievenstorf – Status, Roadmap, Unterstützung, Roadtrip im Ende August, September 2016
– mögliche Kooperationen, Gemeinschaftsprojekte und Vorhaben in Stuttgart
– weitere Ideen?
– Ausklang

Wenn ihr noch Tipps und Anregungen habt – oder Kritik und Fragen, falls ihr nicht kommen könnt, gerne einen Kommentar hinterlassen!

https://opensourceecology.de/de

https://www.facebook.com/OSEGermany/