OSHOP Erster Tag, ccby Paula Kalinowski

3. Open Source Hardware Konferenz in Halle (Saale)

Am 23. und 24.9.2026 traf sich die Open Source Hardware-Szene in Halle auf dem Steintor-Campus zur jährlichen OSHOP-Konferenz.

Hier ein paar Eindrücke von Jess und mir (Sigrid).

OSHOP, die Open Source Hardware Innovation Platform, wird von der HTW Dresden, der TU Dresden und dem Fraunhofer IWU getragen. Es bringt Menschen aus der OSH Community zusammen und verbreitet das Thema in der Wirtschaft, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen, sowie in Schulen, Ausbildungen und Universitäten. Entsprechend groß ist der Kreis der Partner und Unterstützer.

Entsprechend breit waren auch die Themen, die an den zwei sehr intensiven Tagen in Vorträgen und Workshops, aber auch bei den Ständen mit Projektpräsentationen und beim Austausch unter den Teilnehmenden besprochen wurden.

Hier ein kleiner Überblick über das Programm.

Open Source in der öffentlichen Verwaltung

Eine Übersicht über das Thema Open Source in der öffentlichen Verwaltung gab Tobias Krüger vom Ministerium für Infrastruktur und Digitales LSA (Land Sachsen-Anhalt)

Seine Keynote machte sehr deutlich, wie schwierig Veränderungen sind, selbst wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass technologische Souveränität mit der Fähigkeit beginnt, selbst entscheiden und wechseln zu können. Es gibt viele Verträge und eine komplexe Struktur, in der die EU, der Bund, die Länder und Kommunen sowie die Ressorts eingebunden sind.

Eine föderale Modernisierungsagenda, in der Open Source enthalten ist, soll das Ganze voranbringen. Darin enthalten sind offene Standards, dokumentierte Schnittstellen, Exit-Fähigkeit, souveräner Betrieb und anderes. Dabei ist die Akzeptanz durch Nutzer zentral, sie müssen durch funktionierende Systeme überzeugt werden.

Wir haben mitgenommen:

Es geht um Anschlussfähigkeit, Wechselfähigkeit und Nachnutzung, bei der Lösungen nicht mehrfach erfunden, sondern von den anderen nachgenutzt werden.

Open Source in Start-ups

Start-ups haben es da leichter, da sie ihre Prozesse ganz neu aufsetzen können, wie Benedict Diederich von OpenUC2 aus Jena in seiner Keynote „Why Open Source Hardware as a Business Foundation Is Not a Bad Idea“ zeigte. Passend zu Jena geht es um Optik.

OpenUC2 konzentriert sich darauf, die Modularität von Open Source zu nutzen, um Bildung und Innovation in der Optik zugänglicher zu machen. Diederich nennt das „das Arduino der Mikroskope“. Anstatt einen neuen Standard hinzuzufügen, hat OpenUC2 ein Cube-System entwickelt, das bestehende Objektive interoperabel macht. Der Großteil ihres Einkommens stammt aus dem Verkauf von Bildungskits und fertigen Produkten für die Forschung. Eine Herausforderung dabei sei, Design-Updates ausreichend dokumentieren zu können, so dass sie reproduziert werden können. Dabei legen sie weniger Wert auf absolute Reproduzierbarkeit, stattdessen wollen sie zur zugänglichen Entwicklung offenerer Designs beitragen. Er erzählte auch die Geschichte, wie er OpenUC2 in seiner Freizeit neben seiner Vollzeitstelle startete. Sein Rat an alle in der gleichen Position ist, nicht zwei Dinge gleichzeitig zu tun, sondern viel früher als er es getan hat ganz einzusteigen. Seither ist das Team auf vierzehn Personen angewachsen, von denen viele ursprünglich über ihr Repository gestartet sind.

Es gibt auch Firmen, die von Anfang an auf Offenheit und Transparenz setzen, ohne gleich zu realisieren, dass sie damit eine Open Source Firma sind.

So wie OpenScan aus Halle, mit der Thomas Megel aus seinem Hobby, 3D-Scan für unterschiedlichste Anwendungen, eine Firma gemacht hat. Als Teil einer Community von 3D-Scan-Interessierten hat er mit ihnen Technologien, Möglichkeiten und Bezugsquellen für den Selbstbau ausgetauscht. Aus dem Mitbestellen von Teilen und der Dokumentation für den Bau ist ein Unternehmen geworden, das auch die Technologie weiterentwickelt. Die 3D-Scanner sind modular und die Qualität wird mit der Open Source Community ständig weiterentwickelt. Er beschrieb Herausforderungen, die bei dem Schritt vom Hobby zum Unternehmen auftauchen, und meint, dass das ein guter Weg ist, wenn man die Reichweite von Technologien und Möglichkeiten vergrößern will.

Thomas Megel ist jetzt noch einen Schritt weiter gegangen in der Offenheit. Er hat seine Kalkulation transparent gemacht, so dass alle nachvollziehen können, wie die Preise zustande kommen. Teil einer Community zu sein zeigt sich also nicht nur in der Technologie, sondern wie ein Unternehmen geführt wird.

Wir haben mitgenommen:

Mit Open Source Hardware lassen sich Unternehmen aufbauen. Sie haben sogar Vorteile, weil ihre Innovationen gemeinsam mit den Nutzer_innen vorangetrieben werden.

Open Source Hardware Community

Sid Drmay, Community Manager bei OSHWA, der Open Source Hardware Association, wurde per Video zugeschaltet, um über die Erfahrungen bei Aufbau und Entwicklung von OSHWA zu berichten.

OSHWA hat angefangen mit Summits, die seither regelmäßig durchgeführt werden. Einerseits der allgemeine OSHWA Summit, der in diesem Jahr in Berlin stattfand, andererseits auch spezielle Events wie die Open Healthware Conference. Von OSHWA kommt eine Definition von Open Source Hardware, die allgemein genutzt wird.

Neben Open Healthware ist auch die Zertifizierung von OSH-Produkten ein Betätigungsfeld.

Für den 10. Oktober 2026 hat Sid Drmay alle eingeladen zum 24-Stunden Open Healthware Lifestream. (Link und mehr Information muss noch veröffentlicht werden.)

Wir haben mitgenommen:

Es tut sich viel in der Community, und obwohl sie global ist, kommt sie regelmäßig zum Austausch zusammen.

Vorträge und Workshops

Es wird eine Publikation mit Papern der Vorträge geben, wir informieren darüber, sobald sie herausgekommen ist.

Was die Workshops angeht, werden wir über einige der Projekte und Themen auf der OSHOP 2026-Konferenz noch gesonderte Blogbeiträge veröffentlichen.

Fazit

Als Fazit lassen wir einen Teilnehmenden zu Wort kommen: „Na, wie war Deine erste Open Source Hardware Konferenz?“ „Schon cool.“

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